Lygodactylus williamsi lässt sich in der Regel ohne größere Probleme und verhältnismäßig einfach nachzüchten.
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Paarung

Drohen, annähern, drohen annähern sind die Attribute der sogenannten Drohbalz des Männchens. Den Zeitpunkt der Paarung bestimmt jedoch letztendlich das Weibchen. Erst wenn es sich die Annäherung gefallen lässt, ist es paarungsbereit. Andernfalls zieht es sich einfach zurück. Kommt es zur Paarung kriecht das Männchen über das Weibchen und verbeisst sich in dessen Nacken. Die Tiere sitzen dabei auf Blättern, Stängeln oder Ästen. Ortswechsel während der Paarung kommen vor, ohne dass die Paarung unterbrochen wird. Die Paarung selbst dauert nach Literaturangaben ca. 20 Minuten. Allerdings dauerte die längste von uns im Terrarium beobachtete Paarung mindestens 35 Minuten.
Wie viele andere Reptilien auch, können die Weibchen das Sperma des Männchens in einer speziellen Vorrichtung speichern. Somit können nach Verlust oder Trennung vom Männchen noch 2 - 4 befruchtete Gelege abgesetzt werden.
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Eiablage

Im Abstand von 4 bis sechs Wochen legen die Weibchen im Terrarium ihre Eier ab. Kurz vor der Eiablage sind die Weibchen in der Bauchregion unförmig ausgebeult und stellen oftmals die Nahrungsaufnahme ein. Haben sie einen geeigneten Platz zur Eiablage gefunden, legen sie immer zwei Eier ab, die fest mit dem Untergrund verklebt sind. An offensichtlich besonders geeigneten Plätzen haben wir auch schon Dreifachgelege gefunden. Kurz nach der Eiablage härtet die kalkige Eischale rasch aus. Ist der Untergrund fest mit dem Terrarium verbunden, müssen die Eier dort ausgebrütet werden. Dies kann man dadurch umgehen, dass man den Weibchen andere Verstecke zur Eiablage anbietet. Wir verwenden hierfür Bambusröhren, deren Hohlräume gerne zur Eiablage benutzt werden. Die Bambusröhren können dann problemlos in den Brutapparat überführt werden.
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Inkubation

Sollten die Eier nicht aus dem Terrarium entfernt werden können, empfiehlt es sich sie in irgendeiner Form abzudecken. Die Jungtiere werden nach dem Schlupf als Beute angesehen und erjagt.
Im Brutapparat können sich die Eier unter konstanten Bedingen entwickeln. Momentan bebrüten wir die Eier für 5 bis 6 Wochen unter konstanten Bedingungen bei 24,5°C. Danach werden sie in den Lichtkästen bis zum Schlupf weiter bebrütet. Vielleicht können wir so den Anteil weiblicher Schlüpflinge erhöhen.
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In den Lichtkästen der Terrarien schwanken die Temperaturen zwischen 24°C in der Nacht und 31°C am Tag.
Mit einer Nachtabsenkung haben wir auch bei Schildkröten gute Erfahrungen gemacht, schlüpften doch sehr agile und widerstandsfähige Tiere ohne Schilderanomalien.
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Schlupf

Irgendwann ist es dann soweit. Das erste Ei ist angebrochen und leer. Der erste Gecko ist geschlüpft. Ein bis zwei Tage später folgt in der Regel das zweite Jungtier. Wir belassen die frisch geschlüpften Geckos noch für maximal einen Tag im Brutapparat, bevor wir sie in ihre Jungtierboxen setzen.
In den großen Terrarien geht nach dem Fund eines aufgebrochenen Eies die Suche nach dem Schlüpfling los. Oftmals finden wir sie offen auf Blättern oder Zweigen im Terrarium sitzen. Sie werden von den Alttieren beobachtet aber nicht wirklich attackiert. Allerdings verziehen sie sich bei Annäherung eines erwachsenen Tieres rasch. In der Literatur wird beschrieben, dass die erwachsenen Tiere die Jungen als Beute ansehen. Je größer und strukturreicher ein Terrarium ist, desto größer dürfte die Überlebenschance, zumindest für eine gewisse Zeit der Jungtiere sein.
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Jungtiere

Direkt nach dem Schlupf häuten sich die Jungtiere. Einschließlich des Schwanzes sind sie zwischen 28 und 32 mm groß. Sie sind sofort selbständig und werden genau wie die erwachsenen Tiere gehalten.
Allerdings sollte in den ersten beiden Wochen besonders kleine Nahrung, wie Mikroheimchen oder kleine Drosophila, gereicht werden. Bei uns hat sich die Fütterung von Trauerfliegen bewährt. Erst danach sind sie allmählich in der Lage auch größere Nahrung zu bewältigen. Bis das soweit ist, werden die Jungtiere bis zu einem Alter von 4 bis 5 Wochen täglich gefüttert.
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